Name:
VDI VDI 2492 PDF
Published Date:
10/01/2017
Status:
[ Active ]
Publisher:
Verband Deutscher Ingenieure / Association of German Engineers
Das Multimomenthäufigkeitsverfahren (MMHVerfahren) dient dazu, Zeitanteile betrieblicher Vorgänge und Prozesse mittels stichprobenartiger Beobachtung über einen gewissen Zeitraum zu ermitteln. Die Ergebnisse von MMH-Verfahren sind ebenso Grundlagen betrieblicher Planungen und Entscheidungen wie auch Ergebnisse anderer Zeitaufnahmeverfahren [1].
Das MMH-Verfahren ist ein statistisches Verfahren der Istzeitdatenermittlung, das seit über 40 Jahren erfolgreich genutzt und weiterentwickelt wird. Es ist eine für Arbeits- und Zeitstudien vergleichsweise einfache mathematisch-statistische Stichprobentechnik. Dies zeigt sich u. a. durch den Vorteil einfachen und wirtschaftlichen Einsatznutzens gegenüber vielen anderen Analyseverfahren. Auf Basis von Stichproben werden „Aussagen über die prozentuale Häufigkeit bzw. über die Dauer von vorwiegend unregelmäßig auftretenden Vorgängen und Größen beliebiger Art für eine frei wählbare Genauigkeit bei einer statistischen Sicherheit von 95 %“ abgeleitet“ [2; 3].
Oft wird das MMH-Verfahren im Vorfeld oder zur Nachkontrolle von REFA-Zeitaufnahmen [1] eingesetzt und ist meist auch den Mitbestimmungsorganen bekannt (über den Einsatz des Verfahrens ist der Betriebsrat gemäß § 87 BetrVG – Betriebsverfassungsgesetz zu informieren). Besonders geeignet ist das Verfahren für folgende Zwecke:
• Aufgabenstellungen mit größerer Anzahl zu untersuchender bzw. zu beobachtender Objekte
• Vorgänge bzw. Teilvorgänge, deren interessierende und zu ermittelnde Zeitanteile nicht zu klein sind (≥ 1 s)
• Analysen, deren Ergebnisse bezüglich geforderter Genauigkeit nicht dem Absolutheitsanspruch genügen müssen
Das MMH-Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass seine Anwendung nicht auf Arbeitspersonen beschränkt ist, sondern sich auch auf Arbeitsobjekte und Arbeits- bzw. Betriebsmittel beziehen kann. Die erhobenen Zeitdaten unterstützen die Analyse und Bewertung einer Ausgangssituation, dienen der Überprüfung der Wirksamkeit von umgesetzten Maßnahmen innerhalb des betrachteten Arbeitssystems und werden zudem als eine Grundlage für die Bestimmung des Entgelts verwendet. [3]
Ferner kann die Anwendung des MMH-Verfahrens bei der Analyse der Belastungen einzelner Beschäftigter oder Gruppen von Beschäftigten hilfreich sein, indem die Zeitanteile bzw. Zeiten der als kritisch bewerteten Belastungssituationen (z. B. Heben und Tragen von schweren Behältern, Arbeit unter Hitzeeinwirkung) ermittelt werden. Eine in der betrieblichen Praxis häufig vorkommende Anwendung der Methode besteht in der Durchführung von Verteilzeitstudien, um die für die Vorgabezeitbestimmung benötigten Verteilzeitzuschläge zu ermitteln [3].
Neben dem MMH-Verfahren wurde auch das Multimomentzeitmessverfahren (MMZ-Verfahren) entwickelt, das aber nicht Gegenstand dieser Richtlinie ist. Weiterführende Informationen zum MMZ-Verfahren finden sich in [2; 3].
| Edition : | 17 |
| File Size : | 1 file , 6.3 MB |
| Number of Pages : | 35 |
| Product Code(s) : | 15 VDI, 15 VDI |
| Published : | 10/01/2017 |