Name:
VDI VDI 3883 BLATT 1 PDF
Published Date:
09/01/2015
Status:
[ Active ]
Publisher:
Verband Deutscher Ingenieure / Association of German Engineers
Diese Richtlinie stellt die Grundlagen zur Erhebung von Geruchsbelästigungen im Feld mittels Befragung bereit. Dabei ist je Befragungszone, abhängig vom Untersuchungsziel, in einer vorab zu bestimmenden Anzahl von Haushalten je eine Zielperson zu erfassen. Die Ergebnisse dienen dazu, die Belästigung und Belästigungswirkungen durch Geruchsstoffimmissionen zu ermitteln. Die Ergebnisse ermöglichen es,
• die örtliche Belästigung durch Gerüche (und Lärm) zu quantifizieren und im Hinblick auf eine übermäßige Geruchsbelästigung zu interpretieren,
• Unterschiede im Belästigungsausmaß zwischen Befragungs- und Vergleichszonen zu ermitteln,
• bei fehlenden Immissionsdaten die Abnahme der Belästigung mit zunehmender Entfernung der Anwohnergebiete von den Geruchsquellen festzustellen,
• Expositions-Wirkungs-Beziehungen für den Zusammenhang zwischen Belästigung und Geruchsstoffimmission auf der Basis der Immissionsbelastung durch olfaktorische Reize zu erstellen,
• parallel zur Emissionsmessung und zur Ausbreitungsrechnung die Anwohnerreaktion festzustellen, um Belästigungsprognosen zu überprüfen,
• im Rahmen des Beschwerdemanagements Zusatzinformationen zur Vorbereitung gezielter Emissionsminderungsmaßnahmen zu ermitteln,
• im Rahmen des Beschwerdemanagements Informationen über kontext- und personenbezogene Einflussfaktoren zu ermitteln und als Basis für einen Dialog mit den Anwohnern zu nutzen.
Das hier vorgestellte Verfahren der Belästigungsmessung kann zur Beantwortung folgender konkreter Fragestellungen genutzt werden:
a) Prüfung von Beschwerdemeldungen aus der Nachbarschaft
b) Prüfung der Notwendigkeit von Emissionsminderungsmaßnahmen
c) Prüfung der Wirksamkeit von Emissionsminderungsmaßnahmen
d) Gewichtung der Geruchsbelästigung im Vergleich zur Belästigung durch andere gleichzeitig wirksame Umweltstressoren, insbesondere Lärm
Zu a: Die Notwendigkeit der Durchführung von Belästigungsbefragungen ergibt sich aus der in Tabelle 1 dargestellten Handlungsmatrix.
Zu b und c: Die Notwendigkeit und/oder die Wirksamkeit von Emissionsminderungsmaßnahmen lassen sich mithilfe von Befragungen untermauern. Nach vorliegenden Erfahrungen bestehen keine einfachen Ursache-Wirkungs-Beziehungen zwischen Geruchsstoffemission und -immission einerseits und Geruchsbelästigungen andererseits, sodass in vielen Fällen eine Befragung angezeigt ist, bevor Emissionsminderungsmaßnahmen beschlossen werden.
Zu d: In Ballungsräumen sind häufig gleichzeitig Umweltstressoren verschiedener Art (Geruch, Lärm usw.) aus verschiedenen Quellen (Industrie, kommunalen Einrichtungen, Landwirtschaft usw.) wirksam. Für die Bewertung und Planung von Emissionsminderungsmaßnahmen ist die quellen- und artspezifische Gewichtung der Geruchsbelästigung daher von praktischem Interesse für die zu ergreifenden Maßnahmen [4].
| Edition : | 15 |
| File Size : | 2 files , 5.9 MB |
| Number of Pages : | 95 |
| Product Code(s) : | 30 VDI, 30 VDI |
| Published : | 09/01/2015 |