Name:
VDI VDI 3957 BLATT 11 PDF
Published Date:
01/01/2019
Status:
[ Active ]
Publisher:
Verband Deutscher Ingenieure / Association of German Engineers
Diese Richtlinie richtet sich an Anlagenbetreiber, Gutachter, Untersuchungsstellen, Behörden und Institutionen, die die Wirkungen und räumliche Verteilung von anlagenbezogenen Immissionen auf Pflanzen einschließlich immissionsbedingter Stoffanreicherungen untersuchen und bewerten.
Das hier beschriebene passive Biomonitoringverfahren mit Blattorganen frei stehender Gehölze eignet sich beispielsweise:
• zur kurzfristigen Erfassung des Ausmaßes und der Ausdehnung von Immissionen einer bekannten Quelle, beispielsweise um detailliertere Untersuchungen (wie standardisierte Exposition von Graskultur und Grünkohl, Bodenanalysen) vorzubereiten
• zur Ermittlung des Verursachers einer bekannten Immission, wenn beispielsweise der Quellenbezug von in Nahrungspflanzen ermittelten erhöhten Schadstoffbelastungen nachgewiesen oder ausgeschlossen werden soll
• zur Differenzierung des Einflusses verschiedener Quellen
• zum flächendeckenden Monitoring oder einem Screening bestimmter Bereiche in der Umgebung von bekannten oder potenziellen Emissionsquellen
Die kurzfristige Erfassung des Ausmaßes und der Ausdehnung von Immissionen nach einer störfallartigen Freisetzung eines Schadstoffs aus einer Anlage ist in VDI 3957 Blatt 15 beschrieben.
Das Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass es mit geringem Aufwand sehr kurzfristig anwendbar ist und somit schnell verlässliche Ergebnisse liefert. Es werden frei stehende Gehölze, die im Untersuchungsgebiet wachsen, bonitiert und beprobt, indem Blätter, Nadeln oder vollständige Triebe von Nadelbäumen entnommen werden. Diese werden anschließend auf ihre Schadstoffgehalte analysiert. Die ermittelten Gehalte können einerseits mit Referenzwerten/ Hintergrundwerten verglichen werden. Andererseits können durch eine entsprechende Auswahl der Messpunkte im Untersuchungsbereich Gradienten bestimmt und dadurch Quellenzuordnungen getroffen werden. Ein weiterer Vorteil dieses Verfahrens ist es, dass eine Probenahme von immergrünen Blättern und Nadeln auch ganzjährig möglich ist. Insbesondere bei der Untersuchung von immergrünen Koniferen ist mit Einschränkungen (siehe Abschnitt 4) auch eine Differenzierung der Immissionen verschiedener Jahre möglich, indem die Nadeljahrgänge getrennt untersucht werden, sodass auch eine retrospektive Betrachtung über mehrere Jahre möglich ist [2 bis 4].
Die Neufassung dieser Richtlinie gibt Empfehlungen zur Wirkungsfeststellung mit passiven Biomonitoringverfahren im Einflussbereich von Emittenten. Sie nennt bevorzugt zu verwendende Arten und Pflanzenorgane, um die Aussagefähigkeit, Vergleichbarkeit und Bewertung der Ergebnisse zu optimieren.
Sinnvolle Einsatzfelder und Aufgabenstellungen des passiven Biomonitorings mit Gehölzen sind insbesondere Umweltverträglichkeitsuntersuchungen und immissionsökologische Beweissicherungsverfahren.
Für großräumige Untersuchungen wird auf die Richtlinien der Umweltprobenbank des Bundes verwiesen.
| Edition : | 19 |
| File Size : | 2 files , 1.3 MB |
| Number of Pages : | 22 |
| Product Code(s) : | 13 VDI, 13 VDI |
| Published : | 01/01/2019 |