Name:
VDI VDI 3783 BLATT 8 PDF
Published Date:
04/01/2017
Status:
[ Active ]
Publisher:
Verband Deutscher Ingenieure / Association of German Engineers
In dieser Richtlinie werden messwertgestützte Berechnungsmethoden für atmosphärische Kenngrößen (Turbulenz, Windgeschwindigkeit, Windrichtung, Temperatur, Mischungsschichthöhe) dargestellt, die als Eingangsdaten für verschiedene Typen von Ausbreitungsmodellen (z. B. VDI 3945 Blatt 1 und Blatt 3) verfügbar sein müssen.
Hierbei wird von folgenden Vereinfachungen ausgegangen:
• Stationarität
• ebenes und homogenes Gelände
• Beschreibung der Oberflächenbeschaffenheit über eine mittlere Rauigkeitslänge und gegebenenfalls über eine Verdrängungshöhe
• Charakterisierung der Schichtungsstabilität über die Obukhov-Länge
Neben der Topografie sollte auch die meteorologische Situation im Anwendungsgebiet im Mittel möglichst homogen sein. Insbesondere bei Vorliegen mesoskaliger Zirkulationsformen, z. B. Bergund Talwinde, Land- und Seewindzirkulationen oder Fronten, können systematische Unterschiede zu den hier festgelegten Standardprofilen auftreten. Gegebenenfalls kann die Eignung der Profilansätze durch Vergleich mit einem dreidimensionalen Strömungsmodell geprüft werden.
Die angegebenen Profilfunktionen für Wind und Turbulenz sind aus Annahmen und Messungen in der bodennahen atmosphärischen Grenzschicht abgeleitet worden. Im Bereich der Bestandsschicht sowie für größere Höhen werden pragmatische Ansätze gemacht, die gewährleisten, dass bei Anwendung der Profile die Ausbreitung im gesamten vertikalen Ausbreitungsraum beschrieben werden kann.
Die Parametrisierungen enthalten eine explizite Abhängigkeit von der Mittelungszeit der Messdaten. Die Mittelungszeit beträgt mindestens eine Minute und höchstens eine Stunde.
Generell ist zu beachten, dass das Ergebnis einer Ausbreitungsrechnung auf Basis dieser Parametrisierungen nicht eine reale Einzelsituation, sondern ein statistisches Mittel über die Realisierungen, die im Verlauf der Mittelungszeit auftreten können, beschreibt (Ensemblemittel). Daher kann z. B. aus den Ergebnissen nicht unmittelbar auf die Konzentrationsfluktuationen innerhalb der Mittelungszeit geschlossen werden. Bei kurzzeitigen Freisetzungen, etwa im Rahmen von Störfallrechnungen, ist ebenfalls zu beachten, dass die resultierenden Immissionsgrößen keine reale Einzelsituation, sondern in Bezug auf die gegebenen meteorologischen Bedingungen ein Ensemblemittel beschreiben.
| Edition : | 17 |
| File Size : | 2 files , 18 MB |
| Number of Pages : | 70 |
| Product Code(s) : | 25 VDI, 25 VDI |
| Published : | 04/01/2017 |